1926 bis 1960 – VOGT als Schmiede
Lesen Sie mehr über VOGT als Schmiedebetrieb, das Dorfleben damals und über das Lebensmittelgeschäft.

Der Schmiedebetrieb
Die ersten Jahre laufen schleppend, denn Ottos meist einziger Kunde ist der Landwirt, der ihn überredet hat. Alle anderen Landwirte im Umkreis besuchen weiterhin die bestehende Schmiede. Da das Einkommen nicht ausreicht muss Otto zusätzlich ein paar Orte weiter als Angestellter arbeiten.
Im Laufe der Jahre entwickelt sich die Schmiede jedoch weiter und auch Ottos ältester Sohn Johannes Vogt ist zunächst als Geselle im Schmiedebetrieb tätig. Nachdem Johannes jedoch am 15.12.1944 im Alter von nur 18 Jahren im Krieg fällt, erlernt auch der jüngste Sohn Adolf Vogt in der Schmiede in Beisinghausen das Handwerk, um den Betrieb später weiterzuführen.
Zu den klassischen Schmiedearbeiten zählen damals das Beschlagen von Pferden, die für die Feldarbeit eingesetzt werden, sowie das Herstellen von kleinen Wagen zum Milchkannentransport. Traktoren waren in den Jahren noch nicht verbreitet.
Nachbar Helmut Winkelmann erinnert sich noch an Otto Vogt: „Viele Haare hatte er ja nicht mehr, deshalb hat er sich in der Schmiede oft ein Tuch um den Kopf gebunden.“
Der Schmiedebetrieb um 1930

Das Dorfleben
In den Jahren 1926 bis 1960 sah das Leben, hier am Hauptstandort in Felbecke, noch ganz anders aus. Eine befestigte Straße gab es auch in den 50ern noch nicht, eine Schotterstraße führte direkt über den Hof bei VOGTs. Auch sonst war VOGT die zentrale Anlaufstelle im Dorf. Grund dafür war eines der zwei Telefone, die es damals in Felbecke gab. Alle, die telefonieren wollten, sind zu VOGTs in die Stube gekommen.
Auch Autos waren damals rar, in der Regel fuhren drei Autos pro Tag durch Felbecke. Eines davon war das Postauto, dass die Post bei VOGTs ablieferte. Otto Vogt sortierte diese anschließend und verteilte die Briefe im ganzen Dorf.
Nur durch den Zusammenhalt im Dorf konnte das alltägliche Leben damals bewerkstelligt werden.
Felbecke in den 1950er Jahren

Das Lebensmittelgeschäft
In den Jahren 1952 bis 1955 trägt neben der Schmiede auch ein Rewe Lebensmittelgeschäft zum Umsatz bei. Damals war es üblich, seine Einkäufe anschreiben zu lassen und diese erst später zu zahlen. Neben Lebensmitteln konnte man bei VOGTs auch alles andere bestellen, zum Beispiel ein Moped. Als dieses angeliefert wurde hat Ottos Frau Hedwig Vogt das Fahrzeug erstmal testgefahren.
Einige Geschäftsunterlagen des Lebensmittelgeschäfts sind auch heute noch erhalten.
Geschäftspapiere Rewe Lebensmittelgeschäft


